In Angeboten für Reinigungsroboter steht fast immer dieselbe Zahl vorn: die Flächenleistung in Quadratmetern pro Stunde. Sie ist leicht zu vergleichen und klingt nach Wirtschaftlichkeit. Für das Reinigungsergebnis ist sie aber die zweitwichtigste Zahl.
Die wichtigste ist der Anpressdruck – und die steht oft nirgends.
Warum Anpressdruck über das Ergebnis entscheidet
Anpressdruck ist die Kraft, mit der die Bürsten auf den Boden gedrückt werden. Aus ihr entsteht Scherkraft, und Scherkraft ist das, was haftenden Schmutz vom Boden löst.
Ohne ausreichenden Anpressdruck wird Schmutz nicht gelöst, sondern verteilt. Der Boden sieht nach dem Durchgang feucht aus, nicht sauber.
Im Terra-Robotics-Portfolio reicht die Spanne von 25 kg bei der Mittelklasse – etwa PUDU CC1 Pro Disc und Gausium Mira – bis 55 kg beim Gausium Scrubber 75. Das ist mehr als das Doppelte, und es macht den Unterschied zwischen „geht durch" und „muss noch mal nachgearbeitet werden" bei eingefahrenem Industrieschmutz, Reifenabdrücken oder Ölfilm.
Der Zielkonflikt, der jede Auswahl bestimmt
Anpressdruck kommt nicht allein. Er hängt an Gewicht und Bauform, und damit sind Sie beim zentralen Zielkonflikt des ganzen Marktes:
| Große Maschine | Kompaktgerät | |
|---|---|---|
| Anpressdruck | bis 55 kg | um 25 kg |
| Frischwassertank | bis 80 l | ab 15 l |
| Laufzeit | bis 7 Stunden | deutlich kürzer |
| Durchfahrtsbreite | braucht breite Wege | ab 50 cm |
Große Maschinen haben große Tanks, hohe Anpressdrücke und lange Laufzeiten. Sie scheitern aber an engen Regalgängen, festen Möbeln und schmalen Türen. Kompaktgeräte kommen überall hin und opfern dafür Tank, Akku und Druck.
Wie sich der Konflikt auflösen lässt
Der Nachteil der Kompaktgeräte ist teilweise auflösbar – über Dockingstationen mit automatischem Wassertausch. Der Roboter fährt selbst zum Nachfüllen und Laden, und der kleine Tank begrenzt die Tagesleistung nicht mehr.
Daraus folgt eine Regel für die Kalkulation:
- Kompaktgerät immer zusammen mit der Dockinglösung rechnen. Sonst kaufen Sie eine Tagesleistung, die im Betrieb nie erreicht wird.
- Engste Stelle messen, nicht größte Fläche. Ein Gerät mit 20 Prozent mehr Durchsatz, das an drei Türen im Haus scheitert, ist die schlechtere Wahl.
- Anpressdruck aktiv erfragen. Steht er nicht im Angebot, fragen Sie danach – gerade bei Industrieböden.
Was das für Ihre Auswahl bedeutet
Wenn Ihre Fläche überwiegend frei und zusammenhängend ist, gewinnt die große Maschine: mehr Druck, längere Standzeit, weniger Eingriffe. Sobald Regalgänge, Bestuhlung oder feste Möblierung dazukommen, kippt die Rechnung – dann ist ein Gerät, das überhaupt durchkommt, jedem Datenblattwert überlegen.
Welche Klasse zu Ihrer Fläche passt und was sie kostet, steht im B2B-Kaufratgeber mit echten Preisspannen und einer Amortisationsrechnung.