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Reinigungsroboter mit Aufzug-Anbindung: was zwei echte Projekte zeigen

10. September 2026 Lesezeit ca. 7 Minuten

Reinigungsroboter vor einem Aufzug in einem mehrstöckigen Bürogebäude, schematisch dargestellte Vernetzung über alle Etagen

Klassische Reinigungsroboter enden an der ersten Treppe. Seit 2026 gibt es dafür eine Antwort im Regelbetrieb: Der Roboter ruft den Aufzug selbst, fährt ins Zielgeschoss und setzt seine Route dort fort – ohne dass jemand mitfährt.

Das ist kein Prospektversprechen. Es läuft in zwei nachprüfbaren Projekten, und beide nutzen dasselbe Gerät.

Zwei Projekte, ein Modell

Im Bauknecht Quartier in Bottrop fährt seit dem 15. April 2026 ein Gausium Phantas über die Schnittstelle Robot Building Logistics der Schindler-CoLab-Plattform selbstständig Aufzug. Er reinigt rund 1.200 m² Allgemeinflächen über fünf Etagen; fünf der sechs Aufzüge im Haus nutzt er dabei.

In der Schule im Park in Bludenz macht ein Gausium-Roboter dasselbe über sechs Stockwerke – nach Angaben von Schindler die erste Anwendung dieser Art in Österreich. Das Gebäude hat rund 2.450 m² Nutzfläche, der Roboter schafft 400 bis 700 m² pro Stunde. Die Schülerinnen und Schüler haben ihn „Putzi" getauft.

Der Phantas aus Bottrop steht bei uns im Portfolio: Terra-Listenpreis ab 12.999 €, 60 cm Mindestdurchfahrt, 350 bis 700 m²/h praktische Leistung. Das ist kein Sonderbau für Leuchtturmprojekte, sondern ein Seriengerät.

Wie die Anbindung technisch funktioniert

Der Roboter spricht über WLAN mit der Aufzugssteuerung: Er meldet den Ruf an, wählt das Zielgeschoss, fährt ein, positioniert sich, fährt aus. Für die Anlage sieht das aus wie ein gewöhnlicher Stockwerkruf. Laut Schindler funktioniert das sowohl mit konventionellen Steuerungen als auch mit Zielrufsteuerungen.

Entscheidend am Bottroper Fall: Es ist ein Bestandsgebäude. Es gab keinen baulichen Eingriff, der Aufzug musste nicht getauscht werden.

Was Ihr Gebäude mitbringen muss

Drei Dinge, und nur eines davon hat mit dem Roboter zu tun.

1. Einen Aufzug mit offener Schnittstelle

Nicht jede Anlage kann das. Ältere Aufzüge ohne Netzanbindung nehmen keinen Steuerbefehl entgegen. Ob Ihre Anlage eine Schnittstelle hat oder freigeschaltet werden kann, beantwortet der Aufzugshersteller – das ist die erste Frage im Projekt, nicht die letzte. Bei Mietobjekten kommt die Abstimmung mit dem Eigentümer dazu.

2. WLAN ohne Löcher – auf jeder Etage

Der Roboter muss während der Fahrt und in jedem Stockwerk verbunden bleiben. Ein Funkloch im Treppenhaus oder Schacht bricht die Fahrt ab oder lässt das Gerät an der falschen Stelle stehen. Praktisch heißt das: geplante Abdeckung pro Etage, saubere Kanalverteilung und ein Roaming-Verhalten, das die Übergabe zwischen Access Points aushält.

Das ist in der Praxis die Hürde, an der Projekte scheitern – nicht der Aufzug.

3. Ein eigenes Netzsegment

Ein Reinigungsroboter ist ein vernetztes Gerät, das dauerhaft mit der Plattform des Herstellers spricht. Läuft er im selben Segment wie Büro-Rechner, Fileserver oder die Fachsoftware, ist er ein zusätzlicher Zugangspunkt in Ihr Produktivnetz.

Die Antwort ist Segmentierung: eigenes VLAN für das Gerät, Firewall-Regeln für den Weg nach draußen, protokollierte Cloud-Verbindung. Kein Sonderaufwand – aber es muss jemand machen, und zwar vor der Inbetriebnahme.

Für welche Gebäude sich das lohnt

Der gemeinsame Nenner der beiden Projekte: mehrere Etagen, tägliche Reinigung, ein Aufzug, der ohnehin da ist. In der Metropolregion Rhein-Neckar trifft das vor allem auf Bürogebäude ab drei Etagen, Hotels, Kliniken und medizinische Versorgungszentren, Logistikstandorte mit Verwaltungstrakt sowie Bildungseinrichtungen zu.

Als Erfahrungswert: Ab etwa drei Etagen mit täglicher Reinigung und rund 1.500 m² Gesamtfläche wird die Rechnung interessant. Das ist eine Orientierung, keine Schwelle – entscheidend bleibt, wie viele Reinigungsstunden tatsächlich wegfallen.

ManuellRoboter mit Aufzug-Anbindung
EtagenwechselPersonal trägt oder fährt mitselbstständig
Reinigungsqualitätschwankt mit Tagesformgleichbleibend, protokolliert
Nacht- und WochenendbetriebZuschläge, Schlüsseldienstohne Aufpreis möglich
Ecken, Kanten, Glasabgedecktbleibt beim Team
Investitionkeineeinmalig oder als Monatsrate
VorlaufgeringMapping, WLAN, Aufzug-Freigabe

Zur Amortisation gilt dieselbe Rechnung wie bei jedem anderen Gerät: Mit 20 Reinigungsstunden pro Woche, 28 € Stundensatz und 70 Prozent Übernahme liegt sie bei rund 7 Monaten für ein Kompaktgerät. Übernimmt der Roboter nur 30 Prozent, werden 17 bis 40 Monate daraus. Rechnen Sie mit Ihren eigenen Zahlen im Rechner auf der Startseite.

Wo die Technik heute noch aufhört

Die Kabine muss zum Gerät passen – Türbreite, Kabinentiefe und Wendekreis gehören vor der Auswahl gemessen, nicht danach. Der Phantas braucht 60 cm Durchfahrt, größere Maschinen deutlich mehr; eine enge Bestandskabine kann das Modell vorgeben.

Unregelmäßige Grundrisse, täglich wechselnde Hindernisse und stark frequentierte Eingangsbereiche kosten Nacharbeit. Und Flächenroboter machen Flächen: Ecken, Kanten und Glas bleiben beim Team. In der Praxis läuft es überall auf ein gemischtes Modell hinaus – der Roboter nimmt die Fläche, Ihr Team die Details.

Warum diese Seite von einem IT-Dienstleister kommt

Weil der schwierige Teil nicht der Roboter ist. Das Gerät kaufen oder leasen Sie; es kommt fertig konfiguriert. Was darüber entscheidet, ob es zuverlässig läuft, sind Fragen aus der IT: Trägt das WLAN auf allen Etagen? Ist der Roboter vom Produktivnetz getrennt? Wird seine Verbindung nach außen protokolliert?

Genau das planen und betreiben wir für Unternehmen in Heidelberg und der Region – WLAN-Ausleuchtung, VLAN-Segmentierung, Firewall-Regeln und die laufende Überwachung vernetzter Geräte. Deshalb betreuen wir die Roboter mit, statt sie nur zu verkaufen.

Häufige Fragen

Kann jeder Aufzug mit einem Reinigungsroboter verbunden werden?

Nein. Die Anlage braucht eine digitale Schnittstelle, über die externe Systeme einen Ruf absetzen dürfen. Ob Ihre Anlage das kann oder nachgerüstet werden kann, sagt Ihnen der Aufzugshersteller verbindlich. Diese Auskunft sollte am Anfang des Projekts stehen.

Welche WLAN-Anforderungen gelten?

Stabile Abdeckung auf jeder Etage und im Aufzugsbereich, ohne Funklöcher, mit sauberer Übergabe zwischen den Access Points. Eine Ausleuchtung vor der Inbetriebnahme ist keine Kür – ohne sie bricht der Roboter Fahrten ab.

Ist ein Reinigungsroboter ein Sicherheitsrisiko für das Firmennetz?

In einem gemeinsamen Netzsegment mit produktiven Systemen: ja, wie jedes vernetzte Gerät. Mit eigenem VLAN und Firewall-Regeln ist es beherrschbar. Die Trennung ist Standardarbeit, sie muss nur jemand vor dem ersten Einsatz erledigen.

Ab welcher Gebäudegröße lohnt sich die Aufzug-Anbindung?

Als Orientierung ab drei Etagen mit täglicher Reinigung und etwa 1.500 m². Darunter ist meist eine Lösung pro Etage sinnvoller. Ausschlaggebend ist nicht die Fläche, sondern wie viele Reinigungsstunden real eingespart werden.

Wie lange dauert die Einrichtung?

Das Einlernen der Grundrisse aller Etagen dauert je nach Komplexität ein bis drei Tage. Dazu kommt die Freigabe des Aufzugsherstellers für die Schnittstelle – dieser Schritt gehört früh in die Projektplanung, weil er nicht in Ihrer Hand liegt.

Kann der Roboter nachts ohne Aufsicht arbeiten?

Ja, dafür sind gewerbliche Geräte gebaut. Sie stoppen bei Hindernissen, kehren bei niedrigem Akkustand zur Station zurück und protokollieren den Lauf. Voraussetzung bleibt die stabile WLAN-Abdeckung.

Welcher Roboter fährt in Bottrop und Bludenz?

In Bottrop ein Gausium Phantas über die Schnittstelle Robot Building Logistics der Schindler-CoLab-Plattform, umgesetzt mit der Olivaw GmbH. In Bludenz ein Gausium-Roboter über dieselbe Schnittstelle. Den Phantas führen wir selbst – ab 12.999 € Terra-Listenpreis, Stand 04.09.2026.

Nächster Schritt

Fragen zu Ihrer Fläche?

Wir rechnen mit Ihren Zahlen durch, ob sich ein Reinigungsroboter für Sie lohnt – und sagen Ihnen ehrlich, wenn nicht.

Dietmar Breihof, Geschäftsführer BREiHOF iT
Dietmar BreihofPersönlicher Ansprechpartner in Heidelberg · Mo–Fr 08:00–17:00 Uhr